Geld ist nicht alles? – Wie ich diesen vielzitierten Satz sehe

Den Satz “Geld ist nicht alles” bekommt man immer wieder zu hören – mal von Freunden oder Arbeitskollegen, mal von Familienmitgliedern.

Die meisten Menschen geben sich mit dem, was sie aktuell haben, zufrieden. Der Satz “Geld ist nicht alles” oder “Geld ist nicht so wichtig” wird dabei scheinbar als Ausrede dafür genutzt.

Für den folgenden Beitrag habe ich mir Gedanken über diese Aussage gemacht: Ist Geld wirklich unwichtiger, als gedacht?


Was ist im Leben wichtig?

Jeder Mensch hat andere Prioritäten und Definitionen davon, was im Leben wichtig – und was unwichtig ist.

Diese Prioritäten bestimmen auch, wann der Mensch glücklich ist. Denn wenn alle Faktoren, die dem Menschen wichtig sind, erfüllt werden, kann man von einem glücklichen Menschen sprechen (in der Theorie).

Aber was ist im Leben eigentlich wichtig?

Wirft man einen Blick auf die Bedürfnispyramide nach Maslow, so befinden sich auf den obersten Plätzen die Individualbedürfnisse und die Selbstverwirklichung.

Zur Kategorie der Individualbedürfnisse kann man zB. Selbstständigkeit, Erfolg und Unabhängigkeit zählen. Auch Freiheit ist hier ein entscheidender Faktor.

Die Selbstverwirklichung ist die Königsdisziplin der Bedürfnisse. Jeder Mensch möchte seine eigenen Potentiale ausnutzen und sich entfalten – beispielsweise kreativ oder körperlich. Die Anerkennung dessen gehört ebenfalls dazu.

Viele Menschen erreichen die letzten beiden Stadien nur schwer. Sie sind in ihrem Nine-To-Five Job “angebunden” und können nicht ausbrechen.

Geld als Freiheitsbringer

Hier kommt Geld ins Spiel.

Wer mehr Zeit mit Freunden verbingen, die vor Jahren geplante Weltreise durchziehen oder den Traum vom eigenen Buch endlich verwirklichen möchte, der kann das nur tun, wenn er genügend Geld hat.

Denn wer genug finanzielle Mittel hat, ist frei: Man kann sich nach einem erfüllenderen Job umsehen und endlich Dinge angehen, für die es früher nie Zeit gab.

Freiheit vs. Status

Der Großteil der Bevölkerung setzt Reichtum mit Statussymbolen, wie teuren Karren oder fetten Villen gleich.

Natürlich kann jeder für sich selbst entscheiden, was er mit seinem Geld anstellen möchte.

Für mich persönlich haben Statussymbole wenig Wert. Ich war noch nie jemand, der lange darüber nachgedacht hat, wie mich andere sehen. Nicht falsch verstehen: Die Meinung von Freunden und Familie war mir immer sehr wichtig und ich habe viele gute Ratschläge von ihnen bekommen.

Fremde Meinungen von Menschen mit begrenztem Horizont haben jedoch noch nie eine große Rolle in meinem Leben gespielt.

Warum sollte ich mit meinem hart verdienten Geld also teure Dinge kaufen, die ich sowieso nicht brauche, um Leute zu beeindrucken, die mir egal sind?

Vielmehr sehe ich Geld als Tor zur Freiheit. Denn wenn ich weiß, dass ich auf meinem Konto einen gewissen Betrag habe, kann ich viel freier durchs Leben gehen.

Dann kann man auch schonmal einen Tag länger im Urlaub bleiben oder generell öfter verreisen und sich von neuen Orten inspirieren lassen.

Natürlich spricht nichts dagegen, sich von Geld ein neues Auto zu kaufen: Sinnvoll ist es in meinen Augen jedoch nur dann, wenn man es kauft, weil man Spaß / eine gute Zeit damit haben möchte – und nicht, weil man irgendwen beeindrucken will.

Das System, in dem wir leben

Wir leben in einem kapitalistischen System. Auch wenn es viele ändern möchten, stimmt dieser Satz heute noch immer: Geld regiert die Welt.

Die meisten Sorgen von Menschen drehen sich ums liebe Geld. Oft reicht nur ein Blick aufs Bankkonto, um den eigenen Herzschlag schneller werden zu lassen.

Heutzutage spielt Geld in jedem Lebensbereich eine Rolle. Auch wer viel mit seinen Freunden unternehmen möchte, muss es sich erst einmal leisten. Das gleiche gilt für gutes Essen und schöne Reiseerlebnisse.

Es ist verdammt schwer, als einzelner das ganze System zu ändern. Sogar China, welches früher komplett kommunistisch aufgebaut war, ist mittlerweile scheinbar kapitalistischer als westliche Sozialstaaten.

Aber man kann versuchen, sich so gut es geht anzupassen und das eigene Leben leichter zu machen.


Fazit: Nein, Geld ist nicht alles, aber…

In meinem Leben ist mir wichtig, dass ich einen guten Freundeskreis habe, immer wieder neue Abenteuer erleben darf und ein sicheres Gefühl habe, was meine Finanzen betrifft.

Geld macht nicht unbedingt glücklich – aber wäre das Leben ein Computerspiel, dann wäre Geld das Item, um leichter durch schwierige Level zu kommen.

Dass “Geld alles” sei, sehe ich wirklich nicht so. Oft sind die ärmsten Menschen deutlich glücklicher als viele “Rich Kids” aus reichen Elternhäusern. Aber Geld macht das Leben einfacher und man kann viele Dinge erleben, die ohne das nötige Kleingeld einfach nicht möglich wären.

Außerdem gibt einem ein gewisser Kontostand ein sicheres Gefühl und man kann zu einem bestimmten Grad sorgenfreier durchs Leben gehen.

Ich versuche, den Satz “Geld ist nicht alles” aus zwei Perspektiven zu sehen: Einerseits bin ich der Meinung, dass Geld in der heutigen Zeit eine sehr große Rolle im Leben spielt, was die meisten mit diesem Satz relativieren, um sich nicht schlecht zu fühlen. Andererseits sollte Vermögen auch nicht automatisch mit Glück gleichgesetzt werden.

Geld alleine macht nicht glücklich – Selbstverwirklichung und die Ergebnisse harter Arbeit aber schon. Und wer hart und intelligent arbeitet, wird die Resultate früher oder später auch auf dem Bankkonto sehen.

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